Protein / Eiweiß

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Ein Protein, umgangssprachlich Eiweiß (veraltet: Eiweißstoff), ist ein biologisches Makromolekül, das aus Aminosäuren durch Peptidbindungen aufgebaut ist.

Proteine finden sich in allen Zellen und machen zumeist mehr als 50% ihres Trockengewichts aus.

Sie verleihen nicht nur Struktur, sondern tragen als „molekulare Maschinen“ wesentliche Funktionen, indem sie Zellbewegungenermöglichen, Metabolite transportieren, Ionen pumpen, chemische Reaktionen katalysieren und Signalstoffe erkennen können.

Überwiegend aus Proteinen (Eiweiß) bestehen so auch Muskeln, Herz, Hirn, Haut und Haare.

Wir müssen dem Körper täglich Eiweiß zuführen, wenn wir verhindern wollen, das er sich aus den vorhandenen Eiweißquellen bedient und beispielsweise unser Muskelgeweben aufzehrt. Daher sollte man um sich bewusst zu ernähren wissen, welche Lebensmittel überwiegend Eiweiß liefern.

Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:

  • Eier
  • Fisch
  • Fleisch
  • Hülsenfrüchte (Soja: 41,6 %)
  • Milchprodukte (Käse und Quark)
  • Nüsse


Studien der amerikanischen Biochemiker Thomas Burr Osborne und Lafayette B. Mendel, Professor für Physiologische Chemie in Yale, von 1914 zeigten, dass Ratten, die tierisches Eiweiß erhielten, schneller an Gewicht zunahmen als Ratten, die nur pflanzliches Eiweiß erhielten. Daraus wurde voreilig geschlossen, dass tierisches Eiweiß „hochwertiger“ als pflanzliches Eiweiß sei. Tatsächlich kann man aber mit wenigen hochwertigen Pflanzenproteinen (Kartoffel, Soja) eine gleichwertige Ernährung erreichen. Es kommt bei Protein als Nahrung allein auf den Anteil an deren Bausteinen, den Aminosäuren, an. Eine besonders hohe Wertigkeit kann bspw. durch Kombination von Weizenprotein (z.B. Seitan*) und Sojaprotein (z.B. Tofu**) erzielt werden. Tierversuche bestätigen positive Effekte durch derartige Kombinationen. Diese bei Bodybuildern beliebte Kombination hat sogar eine höhere Wertigkeit als tierisches Protein.

Die optimale Zusammensetzung an Aminosäuren sieht in etwa folgendermaßen aus.

 


Allerding muss man dabei bedenken, das es durch Enzymaktivitäten und Umwandlungen einiger Aminosäuren im Körper dennoch zu einem Ungleichgewicht kommen kann, wenn über längere Zeit ein Mangel an bestimmten Aminosäuren existierte, oder besondere Lebensumstände oder Erkrankungen den Verbrauch an einzelnen Aminosäuren verändern.

Daher auch hier die Regel: Es gibt keinen Standard der für alle Menschen gleich ist, denn wir sind alle höchst unterschiedlich und verhalten uns auch nicht gleich, was dem einem nutzt ist für den andren womöglich schädlich.

Unterscheiden müssen wir zwischen den essentiellen, semi-essentiellen und nicht-essentiellen Aminosäuren.

Essentielle Aminosäuren können vom menschlichen Körper nicht gebildet werden, da ihre Synthese relativ umständlich ist und im Laufe der Evolution dafür notwendige Enzyme verloren gegangen sind. Das trifft beispielsweise auf die aromatischen Aminosäuren Phenylalanin und Tryptophan sowie auf die verzweigten Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin zu.

Semi-essentielle Aminosäuren können zwar vom Körper selber synthetisiert werden, jedoch ist dies sehr ineffizient und nicht immer genügt die selbst hergestellte Menge allen Anforderungen. Zudem benötigt der Körper hierzu meist Essentielle Aminosäuren und zusätzliche Co-Faktoren für die Umwandlung, die wenn nicht vorhanden oder unzureichend, die Produktion des Körpers limitieren.

Nicht-essentielle Aminosäuren kann der Körper in ausreichender Menge selber herstellen, aber auch hier werden dazu Ausgangsstoffe benötigt die in ausreichender Menge dem Körper zur Verfügung stehen müssen. An dieser Stelle sei besonders auf den Co-Faktor NADH hingewiesen, der fast immer eine direkte oder indirekte Rolle für die Umwandlung spielt.

 

FAZIT: Essentielle Aminosäuren sollte man auf jeden Fall in ausreichender Menge dem Körper zur Verfügung stellen. Wobei es wichtig ist nicht auf Dauer ein Ungleichgewicht in der Zufuhr zu schaffen...

* Seitan ist ein Produkt aus Wasser und reinem Gluten, verzehren Sie Seitan nicht, wenn Sie unter einer Glutenunverträglichkeit leiden. An sich ist der Verzehr von Weizenerzeugnissen aus naturheilkundlicher Sicht nicht ganz unproblematisch, dazu mehr in einem Beitrag zum Thema Weizen. Erfahren Sie hier spannende Informationen zum Thema Seitan.

** Vom Verzehr von Tofu in größeren Mengen muss zumindest Männern dringend abgeraten werden, da dieser zu einem hohen Maß Östrogenartige Stoffe enthält, die zu einer feminisierung führen. Wenn Sie also Wert auf Zeugungsfähigkeit und einen intakten Testosteronspiegel legen, sollten Sie als Mann keinen oder nur sehr wenig Tofu zu sich nehmen. Für Frauen in den Wechseljahren oder danach, ist Tofu mit Einschränkungen allerdings mitunter eine recht gute Nahrungsquelle, jedoch auch hier sollte die Menge die verzehrt wird angemessen bleiben. Tofu besteht aus Sojabohnen. Schauen sie sich diesen Beitrag an, um mehr zu erfahren. 

 

© 2017 WISANA Heilpraxis in Wiesbaden. All Rights Reserved. Designed By JoomLead